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Projekt Ausgleichsbehälter

Ein Ausgleichsbehälter (AB) dient bei grossen Industriemaschinen, Heizungsanlagen, u.ä. dazu in geschlossenen Kreisläufen Überdruck auszugleichen oder zeitweise überschüssige Flüssigkeiten aufzunehmen.

1. In einer PC-Wasserkühlung (Wakü) übernimmt der AB folgende Funktionen:

  • Abscheiden von unerwünschter Luft aus dem Wasserkreislauf.
  • Erleichterung des Befüllens und Wasseraustauschs sowie nachträgliche Ergänzung des Wassers um Zusatzstoffe wie Korrosionsschutzmittel oder Leuchteffektflüssigkeiten.
  • Erhöhung der Wassermenge.
  • Ausgleich von Druckschwankungen. (i.d.R. vernachlässigbar)

mögliche Behälter

Ausgleichsbehälter aus einer Shampooflasche
und zwei Plug n´ Cool Anschlüssen.

Ich würde, da der AB in der Wakü die Rolle des "Ausgleichens" nur untergeordnet übernimmt, eigentlich eher von einem "Wartungsbehälter" oder "Wartungszugang" sprechen.

Jeder der ein geschlossenes Wasserkühlsystem aufgebaut hat wird das Problem des Entlüftens kennen. Befindet sich Luft im Kühlkreislauf wird die Kühlleistung meistens beträchtlich verringert, es kommt zu störenden Blubbergeräuschen und evtl. wird der Wasserfluss komplett verhindert.

Der AB sorgt dafür, dass im Kreislauf befindlicher Luft ein Raum zur Verfügung steht an dem diese das strömende Wasser verlassen kann. Dazu wird ein zu ca. 3/4 - 4/5 mit Wasser gefülltes, geschlossenes Gefäss mit zwei unter dem Wasserspiegel liegenden Anschlüssen (Eingang + Ausgang), versehen und in den Kühlkreislauf integriert.

Sinnvollerweise, da Luftbläschen in Wasser die Eigenschaft besitzen nach oben zu steigen, sollte der AB an der höchsten Stelle des Kühlkreislaufs eingebunden werden.

Der unter Wasser liegende Ausgang des AB wird mit dem Ansaugstutzen der Wasserpumpe verbunden. Diese kann somit immer nur luftblasenfreies Wasser ansaugen und drückt evtl. im Kreislauf vorhandene Bläschen in den AB wo sie aufsteigen und den Kreislauf verlassen. Wichtig ist, daß die Anschlüsse des AB weit genug voneinander entfernt liegen damit der Ausgang nicht gleich wieder einströmendes "blasenverseuchtes" Wasser ansaugt.

Ist der AB einfach zu öffnen und wieder dicht zu verschliessen erleichtert er Wartungsarbeiten, da Schlauchanschlüsse nicht getrennt werden müssen, auch bei laufendem System das Wasser "gewartet" werden kann und die restlichen Wasserkühlkomponenten ggf. nicht erst ausgebaut werden müssen.

Zusätzlich zu den bisher genannten Vorteilen bietet der AB eine Erhöhung der Wassermenge im Kühlsystem. Viele selbsternannte "Wakü-Spezialisten" behaupten, dass damit auch der Kühleffekt immens vergrössert wird was bei einem geschlossenen System nur bedingt stimmt, da sich auch das zusätzliche Wasser relativ schnell aufheizt. In meinen Wakü-Systemen habe ich durch den AB keinerlei nennenswerte Verbesserung der Kühlleistung feststellen können. Der gesamte Aufheiz- und Abkühlvorgang wird lediglich verzögert.

Die Druckausgleichsfunktion des AB ist bei den geringen Mengen an Flüssigkeit im Kühlkreislauf, den relativ geringen Temperaturschwankungen und damit einhergehenden geringen Druckschwankungen vernachlässigbar. Wem tatsächlich ein Schlauchanschluss durch Überdruck platzt, hat wohl generell etwas falsch gemacht...

2. Selbstbau eines Ausgleichsbehälters

 

Hier Bilder meines ersten AB

eingebaut in Festplattencase. Befestigt mit Klettband.
Alugehäuse von Conrad-Elektronik und Plug ´n Cool Anschlüsse.
Das Gehäuse hat die Abmessungen LxBxH 12x8x6 cm.

AB von Draco
Eingebaut in ein Festplattencase. Befestigt mit Klettband.

Man benötigt neben einem wiederverschliessbaren Behälter (z.B. Kunststoffdose oder -flasche) mindestens zwei Anschlüsse, ein wenig Silikon-Dichtungsmasse oder Teflonband, ein Gummiband als Dichtungsring, Bohrer und ein wenig Zeit.

Eheim getaucht
mögliche Behälter...lass Deiner Fantasy freien Lauf :-)

Als erstes werden Löcher in das Alugehäuse mit dem Durchmesser der Anschlussgewinde gebohrt. Die Gewinde der Anschlüsse mit ein wenig Silikon verschmiert oder mit Teflonband umwickelt und in das Alugehäuse eingesetzt. Die Anschlüsse werden dann von Innen mit einer Edelstahlmutter festgeschraubt und diese dann wieder mit Silikon abgedichtet. Dem Silikon sollte vor dem Weiterbasteln genug Zeit zum Aushärten gegeben werden. Faustregel: 1mm Silikonschicht härtet in 24h.

Um den Rand des Deckels vom Conrad Alugehäuse habe ich ein einfaches Gummiband als Dichtung gelegt und dieses mit ein wenig Sekundenkleber fixiert.

Nach dem Befüllen des Wasserkreislaufes wird der AB bis ca. 3/4-4/5 mit Wasser gefüllt und der Deckel aufgeschraubt. Die Schrauben des Deckels werden dann noch mit Silikon verschmiert und fertig ist Dein ganz persönlicher AB :-)

Die Anschlüsse habe ich so angebracht, dass beide im Normalfall ständig unter Wasser liegen. Wenn der PC auf der Seite liegt, befindet sich der Anschluss, an dem die Pumpe ansaugt, weiterhin unter Wasser.

3. Alternativen zum typischen AB

Alugehäuse von Conrad und Plug ´n Cool AnschlüsseDieser User verwendet die Pumpe getaucht. Dadurch vereinen sich Ausgleichsbehälter, Erhöhung der Wassermenge und erhöhter Schallschutz. Nachteil ist die Grösse des Behälters, der nicht in jedem Case Platz findet. Bei ausreichend Platz ist dies meiner Meinung nach die beste Lösung. Das Gehäuse ist von Conrad-Elektronik.

 

 

 

Aqua Computer TestsystemDies ist das Testsystem von www.aqua-computer.de

Hier wird kein AB verwendet sondern der Kreislauf über die beiden Schläuche mit den roten Abschlusskappen befüllt. Der obere Schlauch wird dazu nach oben gedreht und am unteren solange mit einer Pumpe Wasser eingefüllt bis die gesamte Luft entwichen ist.

Da sich der obere Ausgang an der höchsten Stelle des Kreislaufs befindet, kann dieser auch während des Betriebes geöffnet sein und Luftbläschen entweichen. Ist nach einiger Zeit keine Luft mehr im System wird er verschlossen und verstaut.

 


I am soooo fake pre-loading this image so the navigation doesn't skip while loading the over state.  I know I could use the sliding doors technique to avoid this fate, but I am too lazy.