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einfach mal reinschauen...


 

Einbau einer Wasserkühlung

Mein erster wassergekühlter PC von 2001


1. Vorbereitung des Gehäuses zur Aufnahme des Wärmetauschers
flexen macht Spass :-) Der Wärmetauscher (Radiator - "Radi") soll später über der Öffnung für das Netzteil an der markierten Stelle oben im Innern des Gehäuses sitzen.

Schutzbrille tragen !!

 

feilen macht keinen Spass :-(Nach viel Lärm und Funken wird nun noch alles schön glatt gefeilt. Schliesslich möchte man sich später nicht an scharfen Graten verletzten und schick aussehen soll es ja auch irgendwo, oder ?

Wichtig ist auch, das Gehäuse von sämtlichen Metallspänen sorgfältig zu säubern. Man glaubt kaum wo die nachher überall rumfliegen und Kurzschlüsse verursachen wollen...

 
festgeschraubter Radi

Hier sitzt der Radi bereits verschraubt im Gehäuse.

Über der Öffnung hinter den Schlauchanschlüssen sitzt später noch ein 12x12cm Lüfter, der Luft aus dem Gehäuse durch den Radi nach außen blässt.

Um den empfindlichen Lüfter während der Montage nicht zu beschädigen wird er erst zum Schluss angeschraubt.

 
 
2. Vorbereitung des Gehäuses zur Aufnahme der Wasserpumpe
 

Gummis schützen...Da wir gerade das Gehäuse so schön leergeräumt haben, bohren wir noch 4 Löcher in den Gehäuseboden, in denen vier Gummistöpsel zur schwingungsgedämpften Befestigung der Wasserpumpe angebracht werden. Die Gummistöpsel habe ich von einem alten Lüfter abgenommen. Sie sollten aber in jedem guten PC-Tuningshop erhältlich sein.

Das graue Viereck ist die Befestigungsplatte einer Eheim 1048 Pumpe.

Der Abstand der zu bohrenden Löcher beträgt:

  • Abstand in Längsrichtung (Langlöcher) Mitte-Mitte Loch: 5,3cm
  • Abstand in Querrichtung: Mitte-Mitte Loch 6,25cm
 

Eheim-PumpeEheim 1048 Pumpe bereits eingebaut im Gehäuse.

Der Schaumstoff verhindert zusätzlich zu den Befestigungsgummis die Übertragung von Schwingungen der Pumpe auf das Gehäuse, was zu unangenehmen Geräuschen führen kann.

 
 
3. Einbau einer Strömungskontrolle
 

Strömungskontrolle in SlotblendeIn einer freien Slotblende habe ich eine Strömungskontrolle aus dem Chemikerbedarf angebracht.

Strömungskontrolle in SlotblendeDiese ermöglicht die Kontrolle der Strömungsgeschwindigkeit und Funktionsweise des Wasserkreislaufs. Gehäuse-Moddingfans können die Kontrolle leicht von hinten beleuchten.

Da in den 5 1/4 Laufwerksschächten die von mir verwendeten relativ starren PUR-Schläuche zu eng gebogen wurden, habe ich hier auf einfachen orangen Gummischlauch (Schule, Uni ??) zurückgegriffen.

 
 
4. PTFE bzw. Teflonband zum Abdichten von Gewinden
Teflonband anwenden 1 Teflonband anwenden 2 Teflonband anwenden 3

Um verschraubte Gewinde abzudichten liefern einige Firmen Teflonband mit. Dieses wird 2-3 mal eng um das einzuschraubende Gewinde gewickelt. Danach kann es noch vor dem Einschrauben ein wenig festmassiert werden

Die Umwicklung sollte in der Richtung erfolgen das sich das Teflonband beim Eindrehen des Gewindes festzieht und nicht "aufrollen" kann. Sie erfolgt also entgegen der Einschraubrichtung.

Teflonband ist erhältlich in Baumärkten, im Sanitärbedarf und vielen Wakü-Shops.

Als empfehlenswerte Alternative zum Teflonband eignen sich sehr gut Flüssigdichtungen (z.B. Loctide). Diese Flüssigdichtungen sind erhältlich in Baumärkten, Sanitärbedarf oder im Autozubehörhandel und bieten meist zusätzlich zur Dichtungsfunktion noch den Vorteil die Verschraubung gegen unbeabsichtigtes Lösen zu sichern. Dabei sollte man allerdings nicht die hochfesten und damit spröden Sorten nehmen.

vielen Dank an Herrn Thies für fachkundige Ergänzungen und Hinweise

Eheim-Pumpe mit eingeschraubtem Winkelstück
mit Teflonband in eine Eheim 1048 Pumpe eingesetzter Plug and Cool Anschluss
 
 
5. Zurechtschneiden des Schlauches
 

Schlauchlänge bestimmen und zurechtschneiden.Nun geht es daran, die Länge der Schläuche zurechtzuschneiden. Diese sollten mit möglichst viel Spielraum verlegt werden, damit sich möglichst große Biegeradien ergeben. Bei großen Radien knicken die Schläuche nicht so leicht ab. An besonders engen Stellen können 90 Grad Winkelstücke eingesetzt werden um ein Abknicken des Schlauches zu verhindern.

Im Extremfall kann das unbemerkte Abknicken eines Schlauches den Stillstand des Kühlkreislaufes und Hitzetod der CPU bedeuten.

In einem Bigtower verbaut man ca. 2m Schlauch, also am besten gleich ein wenig mehr besorgen.

 
 
6. Einfüllen des Wassers und Prüfung der Dichtheit
 
Als Kühlwasser wird destilliertes Wasser genommen. Dieses ist günstig im 5L Kanister an Tankstellen oder im Baumarkt erhältlich. Normales Leitungswasser enthält Salze und Kalk, welche im Dauerbetrieb evtl. die Wakü-Komponenten angreifen können. Ausserdem bietet es eine gute Lebensgrundlage für Algenschleim und diverse Tierchen, von daher ist davon abzuraten.

Korrosionsschutzmittel.  Bild von www.wassergekühlt.deDem destilliertem Wasser habe ich zudem eine korrosionsverhindernde Lösung beigemischt. Diese ist in allen gängigen Waküshops erhältlich. Es eignet sich dafür aber auch handelsüblicher Korrosionsschutz aus dem Automobilzubehör (z.B. VW-Kühlerzusatz G11 oder G12) welcher mit einem Anteil von ca. 20% dem Kühlmittel beigemischt wird.

Befüllen des Systems.Da sich später im Kühlkreislauf möglichst keine Luft mehr befinden sollte, wird die Pumpe komplett unter Wasser getaucht. Sämtliche Schläuche, bis auf den Rücklauf (Ausgang des Kreislaufs) und den Pumpeneingang, sind angeschlossen. Nun wird mit dem Mund am Rücklauf so lange Wasser angesaugt bis sich die Pumpe gefüllt hat und diese dann gestartet.

Die Pumpe, Strömungskontrolle, Schläuche, der Radi und der CPU-Kühlkörper werden nun so lange geschüttelt und bewegt bis keine Luftbläschen mehr aus dem Rücklauf kommen. Dies wird eine Weile dauern. Die Pumpe sollte keinerlei schnarrende oder ratternde Geräusche mehr von sich geben und auch nach erneutem Ein -und Ausschalten nahezu lautlos laufen.

Als letztes wird der Rücklauf unter Wasser in den Vorlauf, den Eingang der laufenden Pumpe (hier der blaue Anschluss), gesteckt und kontrolliert, ob sich nicht doch noch irgendwo Luft im System befindet.

Die Pumpe wird daraufhin aus dem Tauchbad genommen, sorgfältig getrocknet und das System eine Weile laufen gelassen. Dabei kann man, um die Dichtheit an verschieden Stellen zu prüfen den Schlauch vorsichtig abknicken, um so an Schlauchanschlüssen etc. kurzzeitig einen erhöhten Druck aufzubauen.

Die Problematik des luftfreien Befüllens kann man mit mit einem sogenannten Ausgleichsbehälter umgehen. Dessen Funktionsweise wird hier erläutert.

Nach ca. 10-12 Std. Testlauf sollte das Wasser komplett ausgetauscht werden, da sich in dieser ersten Befüllung evtl. Bohröle oder Metallspäne aus dem Herstellungsprozess des Radis und des CPU-Kühlers angesammelt haben könnten.

 
 
7. Das fertig montierte System
 

Das fertig montierte SystemZu erkennen ist jetzt auch der Lüfter auf dem Radiator. Ein Papst FGL bei nahezu unhörbaren 5-7 V.

Die Pumpe ist an einer schaltbaren Steckdosenleiste angeschlossen. Sie läuft somit noch bevor der PC eingeschaltet wird und stoppt erst nachdem er aus ist. Die Sorge das Anschalten der Pumpe fatalerweise zu vergessen ist man somit los.

Wasser ist blau!Das isser nun:

blauer Tower mit blauen Knöpfen, blauer Strömungskontrolle, blauen Kabelbindern, blauer Plexifront, (manchmal) blauem User, blauem PUR-Schlauch...und das Ganze nur, damit es zum blauem Teppich passt.

Mittlerweile sind auch die Grafikkarte wassergekühlt und ein Ausgleichsbehälter eingebaut.

Viel Spaß beim Aufbau Deines Wakü-PCs !

 

I am soooo fake pre-loading this image so the navigation doesn't skip while loading the over state.  I know I could use the sliding doors technique to avoid this fate, but I am too lazy.